Kompressor kaufen: Liefermenge, Druck und Kesselgröße
Der wichtigste Wert beim Kompressor ist die Liefermenge in Litern pro Minute: Sie muss höher sein als der Luftverbrauch deiner Druckluftwerkzeuge. Erst danach zählen Druck, Kesselgröße und Lautstärke.
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Ansaugleistung oder Liefermenge: welcher Wert zählt?
Hersteller nennen zwei Werte in Litern pro Minute. Die Ansaugleistung ist die Luftmenge, die der Kompressor ansaugt. Die Liefermenge (auch Abgabeleistung oder effektive Liefermenge) ist die Luft, die bei einem bestimmten Druck am Ausgang ankommt. Sie ist immer deutlich niedriger als die Ansaugleistung, deshalb steht die Ansaugleistung oft groß auf der Verpackung.
Druckluftwerkzeuge haben einen Luftverbrauch in Litern pro Minute, den der Hersteller angibt. Wähle einen Kompressor, dessen Liefermenge mit etwas Reserve über dem Verbrauch des Werkzeugs liegt, das am meisten Luft braucht. Sonst schaltet der Kompressor ständig ein und der Druck fällt während der Arbeit ab.
Wie viel Druck brauchst du?
Werkstattkompressoren erreichen meist einen Höchstdruck von 8 oder 10 bar. Die meisten Druckluftwerkzeuge arbeiten mit etwa 6 bar; den Arbeitsdruck stellst du am Druckminderer mit Manometer ein. Für Autoreifen und Bälle reicht viel weniger Druck. Wichtig ist, dass der Kompressor den Arbeitsdruck deines Werkzeugs dauerhaft halten kann.
Welche Kesselgröße?
Der Kessel speichert Druckluft. Ein großer Kessel puffert mehr, sodass der Motor seltener anläuft, er erzeugt aber nicht mehr Luft. Für kurze Stöße, etwa mit einem Druckluftnagler, einer Ausblaspistole oder einem Reifenfüller, reicht ein kleiner Kessel.
Für Werkzeuge, die lange ohne Pause Luft brauchen, wie Lackierpistolen, Druckluftschleifer oder Sandstrahler, entscheidet die Liefermenge. Ein großer Kessel hilft dann nur am Anfang. Achte bei schweren Geräten mit großem Kessel auch auf Räder und Gewicht, wenn du den Kompressor bewegen willst.
Ölfrei oder ölgeschmiert?
Ein ölfreier Kompressor braucht keinen Ölwechsel und ist meist leichter. Er eignet sich für Heimwerkerarbeiten mit Pausen. Ein ölgeschmierter Kompressor braucht Pflege: Du prüfst den Ölstand und wechselst das Öl nach Anleitung. Hersteller setzen ihn oft bei Werkstattkompressoren für längere Laufzeiten ein.
Manche Hersteller nennen die Einschaltdauer in Prozent, also wie lange der Motor in einem Zeitraum laufen darf. Für die Lautstärke findest du den Schallleistungspegel in dB(A). Als „Silent“ verkaufte Kompressoren sind leiser; vergleiche aber immer den angegebenen dB(A)-Wert.
230 V, 400 V oder Akku
Die meisten Kompressoren für zu Hause laufen an der normalen 230-V-Steckdose. Große Werkstattkompressoren brauchen oft einen 400-V-Anschluss (Starkstrom). Akku-Kompressoren aus den Werkzeugsystemen sind klein und gedacht für Reifen, Bälle und kleine Arbeiten unterwegs; sie nutzen die Akkus deines Akku-Systems.
Schnellkupplung, Schlauch und Kondenswasser
Schnellkupplungen gibt es in mehreren Systemen, die nicht zueinander passen. In Deutschland ist die Euro- oder Standardkupplung mit Nennweite 7,2 verbreitet. Prüfe, ob Kompressor, Schlauch und Werkzeug dasselbe System haben, oder rechne mit Adaptern.
Beim Verdichten entsteht Kondenswasser im Kessel. Lass es nach der Arbeit über das Ablassventil ab, damit der Kessel nicht von innen rostet. Zum Lackieren gehört ein Wasserabscheider oder Filter zwischen Kompressor und Pistole.
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Unter Kompressoren stehen die Modelle mit den Preisen aller Shops. Manche Kompressoren gibt es auch als Set mit Schlauch und Zubehör. Jede Ausführung hat eine eigene EAN oder Bestellnummer, und ToolRango vergleicht sie einzeln, damit du siehst, was im Karton ist.
Häufige Fragen
Wie viel Liefermenge brauche ich?
Mehr als der Luftverbrauch deines Werkzeugs, das am meisten Luft braucht. Den Verbrauch in Litern pro Minute gibt der Hersteller des Werkzeugs an. Vergleiche ihn mit der Liefermenge des Kompressors, nicht mit der Ansaugleistung, und plane etwas Reserve ein.
Welche Kesselgröße ist sinnvoll?
Für Reifen, Ausblasen und Nagler reicht ein kleiner Kessel. Für Werkzeuge mit dauerndem Luftverbrauch, wie Lackierpistolen und Schleifer, zählt vor allem die Liefermenge. Ein größerer Kessel lässt den Motor seltener anlaufen, liefert aber nicht mehr Luft.
Kann ich mit einem Kompressor lackieren?
Ja, wenn die Liefermenge über dem Luftverbrauch der Lackierpistole liegt, den ihr Hersteller angibt. Lackierpistolen brauchen ohne Pause Luft. Setz einen Wasserabscheider oder Filter ein, damit kein Wasser oder Öl in den Lack kommt.
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ToolRango testet keine Werkzeuge. Dieser Ratgeber fasst zusammen, was Hersteller und Normen sagen. Folge immer der Bedienungsanleitung deiner Maschine.
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